Das Federle-DNA-Projekt

Es war auf dem 25. Familientag der Federle bzw. Feederle am 25. April 2009 in Oberkirch, als sich fünf männliche Teilnehmer entschlossen, einen DNA-Test machen zu lassen.

Allen gemeinsam war, dass sie – bis auf kleine Abweichungen – den Namen Federle trugen, aber nicht wussten, ob und wie sie miteinander verwandt waren. Vier von ihnen waren mit ihren Forschungen an der oft zitierten „Wand“ angelangt, die sie trotz großen Zeit-und Geldaufwands nicht überwinden konnten.

Ein Cousin aus den USA hatte mir erzählt, dass er einen DNA-Test gemacht habe und man damit Verwandtschaftsverhältnisse überprüfen könne.

Um unsere Ergebnisse mit dem meines Cousins vergleichen zu können, wählten wir den Y-37- Marker-Test bei der Firma FamilyTreeDNA (FTDNA). Dieser Test beinhaltet auch eine Herkunftsanalyse (Haplogruppe). „Die Bestimmung der so genannten Haplogruppe erlaubt Aussagen über die geographische Herkunft der rein männlichen Linie in den letzten Jahrtausenden – ob diese direkte väterliche Linie etwa zu den Jägern und Sammlern nach der letzten Eiszeit gehörte oder zu den ersten Ackerbauern und Viehzüchtern in der Jungsteinzeit“  (Tobias A. Kemper: Familienforschung, Ausgabe 2019/2020 S. 145). Die Federle aus Rammingen und Gamshurst haben die Haplogruppe „G“. Es wird angenommen, dass diese im Nahen Osten oder in Südostasien entstanden ist. Alle anderen Federle in unserem Projekt haben andere Haplogruppen.

Wir waren aber mehr an dem so genannten „matching“ interessiert. Bei diesem Test werden bestimmte Sequenzen (Marker) auf dem Y-Chromosom nach besonderen Merkmalen untersucht, wobei bei dem gewählten Y-37-Test mindestens 33 Marker gleich sein müssen, um von einer Verwandtschaft sprechen zu können. Je mehr Marker im Vergleich mit einer anderen Person gleich sind, desto enger ist die Verwandtschaft.

Als die Ergebnisse unseres Tests gegen Ende des Jahres 2009 vorlagen, gab es auch enttäuschte Gesichter. Nur zwei der fünf Getesteten waren genetisch miteinander verwandt. Für mich war es dagegen ein voller Erfolg. Was ich jahrelang mit traditioneller Forschung vergeblich versucht hatte herauszufinden, war jetzt bewiesen.

Die Federle aus Gamshurst, zu denen ich gehöre, sind mit den von Siegfried Federle erforschten – ich will sie mal „Ramminger Federle“ nennen -  genetisch eng verwandt. Auch weitere Tests innerhalb unserer Gruppe bestätigten die ersten Resultate.

Heute gehören unserer DNA-Gruppe 25 Personen aus verschiedenen Zweigen der Federle-Familie an. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, eine weitere Verwandtschaft zwischen den einzelnen Zweigen zu finden. Es wäre wünschenswert, wenn sich noch weitere Federle – auch mit Namensvariationen – testen lassen würden. Zum einen als Beweis der Zugehörigkeit zu einem der Familienzweige, zum anderen um Verbindungen zwischen den verschiedenen Zweigen herstellen zu können. So ist zum Beispiel noch nicht geklärt, woher die Federle in Italien kommen. Kommen sie aus Deutschland oder sind sie mit den Federli aus Uznach in der Schweiz verwandt?